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Outdoor Nachtsicht

Naturgemäss ist die Fähigkeit des Menschen, im Dunkeln zu sehen, sehr stark eingeschränkt. Der Mensch wäre aber nicht der Mensch, wenn er nicht Methoden entwickelt hätte, die das Sehen bei Dunkelheit oder sehr schwachen Lichtverhältnissen ermöglichen oder verbessern.

Besonders wichtig ist diese Fähigkeit für Mitarbeitende von Sicherheitsorganisationen wie Polizei, Grenzwache, Militär und Objektschutz. Da die Geräte tendenziell immer günstiger zu haben sind, erfreuen sie sich inzwischen aber auch wachsender Beliebtheit bei Wildhütern, Jägern und anderen Personengruppen, deren Aktivität vor allem nachts im Freien stattfindet.


Ein Nachtsichtgerät ist eine technische Vorrichtung, welche die visuelle Wahrnehmung in Dunkelheit und Dämmerlicht ermöglicht oder verbessert. Nun unterscheiden wir in diesem Bereich grundsätzlich zwischen zwei völlig unterschiedlichen Techniken: Restlichtverstärker und Wärmebildkameras.


Ein Restlichtverstärker verstärkt das vorhandene Licht (beispielsweise das Mondlicht) und wandelt dabei, mittels Bildwandlerröhre oder Halbleiter-Sensor, die für den Menschen unsichtbare Infrarotstrahlung der Umgebung in sichtbares Licht um. Diese Geräte erzeugen das charakteristische grüne Bild, welches man von vielen Agentenfilmen und Taktikspielen kennt.

Ein Nachteil dieser Technik ist, dass sie am Tag nicht einsetzbar ist und die Röhren durch direkte Sonneneinstrahlung (aber auch durch Anleuchten mit einer starken Lichtquelle nachts) beschädigt werden.

Restlichtverstärker-Nachtsichtgeräte mit Bildwandlerröhren werden allgemein in "Generationen" eingeteilt:

- Geräte der Generation 0 (Infrarot-Umwandler nach dem Nahfokus-Prinzip) wurden bereits während des Zweiten Weltkrieges in Militärfahrzeugen eingesetzt. Sie kommen nicht ohne Infrarot-Beleuchtung aus.

- Die Generation 1 (Lebensdauer max. 1'000 – 2'000 Betriebsstunden) arbeitet mit Bildwandlerröhren nach dem Inverterprinzip – eine Elektronenoptik ermöglicht eine höhere Verstärkung (1'000 – 8'000fach) und auch eine Bildverkleinerung. Geräte der Generation 1 werden meist mit Infrarotstrahlern ergänzt. Einige Geräte reichen nahezu an solche der Gen. 2 heran und werden meist mit "Gen. 1+" oder "CF-Super" bezeichnet. Die Reichweite beträgt je nach Gerät zwischen wenigen hundert Metern bis zu ca. 3 Kilometern. Die Geräte sind relativ günstig und auch für Privatanwender durchaus erschwinglich.

- Die Generation 2 (Lebensdauer etwa 10'000 – 15'000 Betriebsstunden) arbeitet zusätzlich mit einer Mikrokanalplatte (MCP) zwischen der Fotokathode und dem Bildschirm. Mikrokanalplatten stellen für jeden Bildpunkt (Pixel) einen Sekundärelektronenvervielfacher dar und ermöglichen eine bis zu 20'000fache Restlichtverstärkung. Die Reichweite beträgt je nach Gerät bis zu mehrere Kilometer. Der Preis für Gen. 2-Geräte ist deutlich (ca. 10x) höher als bei Gen. 1-Geräten.

- Die Generation 3 (Lebensdauer etwa 15'000 Betriebsstunden) ist eine weitere Verbesserung dieser mit Mikrokanalplatten arbeitenden Geräte. Hier wird zusätzlich das empfindliche chemische Galliumarsenid  eingesetzt, wodurch eine bis zu 50'000fache Lichtverstärkung erreicht wird. Auch hier beträgt die Reichweite je nach Gerät bis zu mehrere Kilometer. Hier muss mit einem nochmals deutlich höheren Preis gerechnet werden, welcher schnell auch im fünfstelligen Franken- (bzw. Euro-)preis zu finden ist.

- Die Generation 4 ist zurzeit dem Militär vorbehalten und nicht im freien Handel erhältlich. Ich möchte darauf deshalb nicht weiter eingehen.

Um auch bei totaler Dunkelheit - bei Neumond oder im Innern von Gebäuden - noch ein Bild zu erzeugen, sind vor allem die Geräte der 1. Generation mit zusätzlichen Infrarot-Scheinwerfern ausgestattet, deren Lichtkegel nicht vom menschlichen Auge, wohl aber vom Restlichtverstärker aufgenommen wird. Geräte ab Generation 2 kommen in der Regel ohne zusätzliche Lichtverstärkung aus.


Daneben existieren noch digitale Nachtsichtgeräte, welche ähnlich wie normale Videokameras und Camcorders durch die Objektivlinse das vorhandene Licht einfangen, dieses im elektronischen Bildsensor bearbeiten und auf dem Display als Bild darstellen.

Diese Geräte sind meistens viel günstiger und schon für unter hundert Franken (bzw. Euro) zu haben, können aber bei wenig Licht nur mit einem zusätzlichen Infrarot-Strahler arbeiten und eignen sich deshalb nicht für Anwendungen, bei denen es wichtig ist, selbst nicht erkannt zu werden; Das Infrarotlicht kann nämlich von jedem Träger eines Restlichtverstärkers, egal ob konventioneller oder digitaler Betriebsart, gesehen werden. Da meist Infrarotlicht mit einer Wellenlänge deutlich unterhalb von 940 nm zum Einsatz kommt, kann dieses auch über grössere Distanzen von blossem Auge gesehen werden, wenn man direkt angestrahlt wird und in die Linse schaut.


Die fortschrittlichste und effektivste, aber tendenziell auch teuerste Nachtsichttechnik stellen die Wärmebildgeräte dar. Diese sind empfindlich für die Wärmestrahlung von Lebewesen und Objekten und arbeiten mit pyroelektrischen oder Bolometer-Arrays. Die Geräte sind in der Regel wesentlich teurer, haben aber meist auch eine wesentlich höhere Reichweite. Das Bild ist für ungeübte Anwender schwerer zu interpretieren als das eines Restlichtverstärkers, ein grosser Vorteil der Wärmebildtechnik ist aber, dass damit auch Objekte detektiert und erkannt werden können, welche sich optisch tarnen oder in einem Gebüsch oder dergleichen verstecken. Dazu können Wärmebildkameras problemlos auch bei Tag eingesetzt werden und funktionieren auch bei schlechten Sichtbedingungen infolge Regen oder leichtem Nebel.

Diese Geräte werden heutzutage vor allem beim Militär und bei der Polizei eingesetzt, um gegnerische Personen bzw. flüchtige Straftäter zu lokalisieren oder vermisste Personen zu suchen. Oft sind Hubschrauber und Spezialfahrzeuge mit leistungsstarken Wärmebildkameras ausgestattet, welche von einem eigenen FLIR-Operator bedient werden ("FLIR" steht für "Forward Looking Infrared", ist aber auch der Firmenname eines Herstellers), aber auch handliche Geräte in der Grösse eines normalen Feldstechers kommen zum Einsatz. Da handgeführte Geräte stetig günstiger werden, erfreuen sie sich auch bei Jägern stetig höherer Beliebtheit, da sie beim Ansprechen von Wild und bei der Nachsuche wertvolle Dienste leisten können.

Die Preise der Wärmebildgeräte variieren je nach verwendeter Optik und Sensorauflösung sehr stark, wirklich brauchbare Geräte für den professionellen Outdoor-Einsatz sind aber in der Regel nicht unter rund 3'000 Franken (bzw. Euro) zu haben.



Da ich als Hundeführer sehr oft nachts unterwegs bin - sei es im Einsatz, im Training mit dem Diensthund oder auf unseren täglichen (und eben oft auch nächtlichen) Spaziergängen - möchte ich auf die Nachtsichttechnik nicht mehr verzichten. Während diese im Polizei-Einsatz vor allem zur Entdeckung von vesteckten Personen und bei Geländeüberwachungen ein riesiger taktischer Vorteil bietet, bin ich im privaten Bereich froh, wenn ich zum Beispiel während einem Spaziergang ein Feld abglasen kann, um zuverlässig auszuschliessen, dass sich darauf Wildtiere befinden, welche potentiell von einem meiner Hunde gejagt werden könnten oder wenn ich schon frühzeitig entgegenkommende Spaziergänger mit oder ohne Hunden erkennen kann
.

Ich besitze momentan mit der FLIR Scout III 320 ein Wärmebildgerät für den Erkennungsbereich bis ca. 600 Meter und ein CAT S60 Smartphone mit FLIR-Wärmebildkamera für den Nahbereich. Davor hatte ich bereits mit folgenden Geräten einige Erfahrungen gesammelt:

- BRESSER NightSpy 3x42:
Restlichtverstärker der Generation 1+
- PULSAR Challenger 3.52x56
: Restlichtverstärker der Generation 2+
- FLIR Scout PS32
: Wärmebildgerät für den Bereich bis ca. 500 Meter
- FLIR Scout TK
: Wärmebildkamera für den Bereich bis ca. 100 Meter
- FLIR one
: Wärmebild-Aufsatz für das Mobiltelefon, für den Nahbereich

 

 

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