Drohnenfliegen

Drohnen sind ferngesteuerte, unbemannte FluggerĂ€te, welche rechtlich Modellflugzeugen gleichgestellt sind. Bis zu einem Gewicht von 30 Kilogramm dĂŒrfen sie grundsĂ€tzlich ohne Bewilligung eingesetzt werden, bis maximal 500 Gramm profitieren sie von zusĂ€tzlichen Erleichterungen. Im zivilen Bereich ist es dabei ohne Ausnahmebewilligung des BAZL zwingend notwendig, dass der Pilot jederzeit mit blossem Auge Sichtkontakt zu seiner Drohne hat.


Drohnenfliegen ist ein Hobby, welches mit der stetig wachsenden Modellvielfalt, der zunehmenden Erschwinglichkeit der kleinen Quadcopter und der laufend besser werdenden BildqualitÀt der verbauten Kameras immer beliebter wird.

Wie fast jede technische Errungenschaft, werden Drohnen natĂŒrlich auch professionell eingesetzt. Sicherlich fĂ€llt Ihnen bei diesem Gedanken sofort der Fotograf ein, welcher mit seiner Drohne atemberaubende Luftaufnahmen und Videos erstellt oder die Filmindustrie, die Drohnen fĂŒr frĂŒher undenkbare, spektakulĂ€re Kamerafahrten (sorry, -flĂŒge) nutzt. Aber auch bei den Sicherheits- und Rettungsdiensten (Fahndungen, Such- und RettungsflĂŒge, Vermisstensuche), in der Landwirtschaft (Rehkitzrettung, SchĂ€dligsbekĂ€mpfung), fĂŒr Wartungs- und Inspektionsaufgaben, Vermessungen und sogar fĂŒr die Postzustellung werden heutzutage Drohnen eingesetzt. Die guten Kameras und die Möglichkeit, sogar WĂ€rmebildkameras einzusetzen, bieten hier grosse Vorteile gegenĂŒber bodengebundenen Operationen und sind einiges gĂŒnstiger als HelikopterflĂŒge. NatĂŒrlich setzt auch das MilitĂ€r seit Jahren Drohnen ein, darauf möchte ich hier aber nicht nĂ€her eingehen.

NaturgemĂ€ss halten sich die professionellen Anwender sehr genau an die Gesetze, sind gut ausgebildet und stellen somit keine Gefahr fĂŒr Menschen und Tiere am Boden und fĂŒr den ĂŒbrigen Luftverkehr dar.

Anders sieht es aber leider oftmals bei den Hobby-Drohnenpiloten aus. SelbstverstĂ€ndlich sind auch hier sehr verantwortungsbewusste Anwender anzutreffen, welche Kurse besuchen, die Regeln einhalten, ihr FluggerĂ€t perfekt beherrschen und teilweise sogar in Vereinen und VerbĂ€nden organisiert sind. Trotzdem stellen Polizei und LuftverkehrsĂŒberwachung aber zunehmend Verstösse und sogar konkrete GefĂ€hrdungen durch private Drohnen fest. Aus diesem Grund wurde inzwischen ein eigenes Regelwerk geschaffen, welches den Einsatz der Drohnen ziemlich detailliert regelt.


Wenn Sie selbst zum Drohnenpilot werden möchten, mĂŒssen Sie Folgendes beachten, damit auch Sie dieses interessante Hobby verantwortungsvoll und sicher ausĂŒben können:

  • Sichtflug: Sie mĂŒssen jederzeit mit blossem Auge Sichtkontakt zu Ihrer Drohne haben. FlĂŒge ohne direkte Sicht zum FluggerĂ€t sind bewilligungspflichtig. Wenn Sie mit einer VR-Brille fliegen, brauchen Sie eine zweite Person als Beobachter;
  • Gesetze: Sie mĂŒssen die örtlich gĂŒltigen Regeln kennen und sich daran halten. Auch innerhalb des Landes können je nach Kanton und Gemeinde zusĂ€tzliche EinschrĂ€nkungen existieren; So sind zum Beispiel im Kanton Aargau nach der kantonalen Schifffahrtsverordnung zivile DrohnenflĂŒge auf und ĂŒber dem Wasser verboten – eine Bestimmung, welche mir beim Einstieg in diese Thematik auch noch nicht bewusst war;
  • GefĂ€hrdung: Ihre Drohne kann bei einer Kollision oder einem Absturz SchĂ€den und Verletzungen verursachen; Bereits das BerĂŒhren der laufenden Rotoren kann erhebliche Verletzungen zur Folge haben! Achten Sie sehr genau darauf, dass Sie weder Menschen noch Tiere gefĂ€hrden;
  • Luftverkehr: Verhindern Sie, in die Flugbahn anderer Luftfahrzeuge zu gelangen und weichen Sie diesen rechtzeitig aus, falls Sie doch einmal in eine solche Situatiuon geraten. Wie in der ĂŒbrigen Luftfahrt gilt auch bei Drohnen der Grundsatz „see and avoid“, das heisst Sie mĂŒssen als Drohnenpilot den ĂŒbrigen Luftverkehr sehen und diesem ausweichen;
  • Können: Stellen Sie sicher, dass Sie Ihr FluggerĂ€t jederzeit sicher beherrschen;
  • PrivatsphĂ€re: Respektieren Sie die PrivatsphĂ€re Ihrer Mitmenschen. Fliegen Sie zum Beispiel nicht tief ĂŒber private GrundstĂŒcke und fotografieren bzw. filmen Sie nicht in fremde HĂ€user hinein. Wenn Menschen auf Ihren Fotos oder Videos erkennbar sind, dĂŒrfen Sie diese ohne deren Einwilligung nicht veröffentlichen;
  • Tierschutz: Stören oder erschrecken Sie keine Tiere und halten Sie sich von Nestern und BrutstĂ€tten fern;
  • Flugverbotszonen: Erkundigen Sie sich vor dem Start ĂŒber die Sperrzonen und Naturschutzgebiete (auf der Karte rot und gelb) und halten Sie sich von diesen fern. Auch das Überfliegen militĂ€rischer Anlagen ist verboten;
  • EinschrĂ€nkungen: Der Betrieb von Drohnen ist ohne Bewilligung verboten:
    – in der NĂ€he von BlaulichteinsĂ€tzen bzw. UnfĂ€llen (z. B. könnten anfliegende Rettungshelikopter gefĂ€hrdet werden)
    – mit Drohnen ĂŒber 500 g: Über oder nĂ€her als 100 m an Menschenansammlungen (ab 24 Personen)
    – mit Drohnen ĂŒber 500 g: NĂ€her als 5 km rund um FlugplĂ€tze und Heliports (auf der Karte violett)
    – mit Drohnen ĂŒber 500 g: Höher als 150 m in Kontrollzonen von FlugplĂ€tzen (auf der Karte blau);
  • Versicherung: Stellen Sie sicher, dass Sie ĂŒber eine Haftpflichtversicherung verfĂŒgen. FĂŒr Drohnen zwischen 500 g und 30 kg muss die Deckungssumme mindestens 1 Million Schweizerfranken betragen. Je nach Modell kann zusĂ€tzlich eine GerĂ€teversicherung Sinn machen, welche allfĂ€llige eigene SchĂ€den oder Verluste deckt.

Links

Massgebliche Gesetze:


Ich selbst habe bis heute mit folgenden Drohnen praktische Erfahrung:

  • PARROT AR.Drone: Hobbydrohne der ersten Generation, mit QVGA-Kamera
  • UFO Mini: Kleine Selfie-Drohne mit HD-Kamera, etwas fummelige Stabilisierung
  • DJI Mini 2: Sehr hochwertiger und handlicher Quadcopter mit 4K-Kamera und Gimbal, Startgewicht 242 g


Die Informationen auf dieser Seite sind grundsĂ€tzlich in der Schweiz gĂŒltig und unterscheiden sich von Land zu Land. Bitte beachten Sie jeweils die örtlichen Bestimmungen, bevor Sie Ihre Drohne starten! Dies ist keine Rechtsberatung. Trotz sorgfĂ€ltiger Recherche ĂŒbernehme ich keine Verantwortung, falls auf Grund einer hier veröffentlichen Information Regeln verletzt werden oder Schaden entsteht.


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